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Die Rieger-Orgel - die Experimentalorgel

Die Experimentalorgel war von Beginn des Orgelneubaus an St. Martin geplant und bildet den Abschluss der Orgelanlage in der Bischofskirche.
Mit diesem fahrbaren Instrument, welches in jedem Teil der Kirche stehen kann, verfolgt die Orgelkommission weitere künstlerische Ziele.

Zuerst sollte eine unmittelbare Begegnung mit dem Instrument Orgel erreicht werden. Das Instrument steht im Kirchraum unten zwischen den Hörern. Außerdem sollten bestimmte Obertonreihen, zum Beispiel die Mollterz, realisiert werden, die in der Hauptorgel nicht vorkommen.
Weiterhin verfügt die Experimentalorgel vollständig über Drehventile, eine Erfindung der Firma Rieger. Hier wird der Wind stufenlos durch den Tastendruck in die Pfeifen gelassen, wodurch jede Art von crescendo oder glissando der einzelnen Töne möglich werden.
Selbstverständlich kann der Spieler den Wind direkt am Balg beim Spielen verändern.
Ein Register, die Oktave 4`, ist mit 31 Tönen pro Oktave ausgebaut. Eine konsequente Erweiterung der Vierteltonreihen in der Hauptorgel und mit fast magischer Wirkung in den reinen Terzen oder Septimen. Zuletzt sollte das Register Windharfe den Übergang zum Geräusch markieren, wo kaum noch Tonhöhe erfahrbar und fast nur noch Windgeräusch den Klang der Pfeifen prägt.

In seiner künstlerischen Konzeption ist das Instrument eine stringente Weiterentwicklung der Möglichkeiten der Hauptorgel und eine faszinierende räumliche Erweiterung. Die Experimentalorgel kann auch geteilt werden und in zwei Teilen an verschiedenen Orten der Kirche stehen und gespielt werden, sogar verteilt in Hauptkirche und Chorkirche.

Der Klangkörper kann zusätzlich mittels Datenkabel von der Hauptorgel aus gespielt werden.

Die Gestaltung der Experimentalorgel wurde wieder durch den Künstler Yngve Holen in Zusammenarbeit mit Ivar Heggheim realisiert. Beeindruckend ist hierbei besonders die konsequente waagerechte Aufstellung aller Pfeifen des Instrumentes. Der Betrachter steht mit den Pfeifen auf Augenhöhe!  

 

Disposition:

Manual I

Gedeckt 8'
Flöte 4'
Quarte 2 10/11'
Mollterz 1 13/19'

Manual II

Flatterzunge 16'
Akkordeon 8'
Windharfe 8'
Oktave 4' (c – c``, 31 Töne pro Oktave)

Tremulant

Koppel II/I

Drehventile, Windverstellung mechanisch für das ganze Werk